Giro di Sicilia 2017
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Auch dieses Mal wollten wir uns die sizilianische Gastfreundschaft und Begeisterung für auto d‘epoca
nicht entgehen lassen. Zudem hatten wir ein starkes Scuderia-Teilnehmerfeld aufzubieten:
Team Pretsch (Alfa Romeo Spider 2.0), Team Margreiter (Alfa Romeo Spider Veloce 2000), Team
Lausenhammer (Peugeot 504 Cabrio), Team Schgaguler (Citroen DS), Team Behensky jun.
(Mercedes 450 SL), Team Erfurth (Volvo 122 S), Hannes Behensky (Austin Healy), der uns begleitete,
und wir (Alfa Romeo 1750 GTV). Treffpunkt war Genua. Die Wartezeit am Fährhafen verkürzten
wir uns mit der von Gerhard mitgebrachten Speckjause, die sogar noch für den nächsten Tag reichte.

Nach einer ruhigen Überfahrt stimmten wir uns in Palermo am Abend mit fangfrischen Muscheln und
Fisch bei Weißwein und angenehmen Nachttemperaturen auf Sizilien ein. Die sportliche und tech-
nische Abnahme am nächsten Tag war wie üblich theoretischer Natur. Der für das Publikum neu
eingeführte Circuito durch das nachmittägliche Palermo erwies sich als Übung, von der wir uns
angesichts der Außentemperaturen und des typisch palermitischen Verkehrschaos wünschten sie
ausgelassen zu haben. Nichts desto trotz starteten wir mit Stirnlampe und Stoppuhren bewaffnet voller
Enthusiasmus in die Nachtetappe in Richtung Marsala. Nach vierstündiger Fahrt und Zwischenstopps
in 8 Ortschaften samt unzähligen Schlauchprüfungen kamen unsere Teams nach Mitternacht nach und
nach im Hotel an. Die Eindrücke mussten wir selbstverständlich mit der einen oder anderen Flasche
der gesammelten Gastgeschenke verarbeiten.

In den darauf folgenden Tagen durchfuhren wir bei hochsommerlichen Temperaturen die schönsten
Städte, verträumtesten Bergdörfer und imposantesten Landschaften. Auch wenn der Stau zu Sonder-
prüfungen auf ansteigenden Straßen zu Mittag dem einen oder anderen Boliden den Rest gab und nur
der Citroen gelassen über Schlaglöcher schwebte - unsere Teams und Fahrzeuge hielten allem stand.
Auf den Ätna starteten wir bei Hitze und kamen bei fast winterlichen Temperaturen mit Regen und
Nebel an - für Herbert und Gerhard aber kein Grund nicht bergab ihre Fahrzeuge auszutesten. Die
Mittagspause auf dem Ätna dauerte länger als geplant und eine unvorhergesehene Umleitung und
Irrfahrt mitten in Catania veranlasste uns die letzte Strecke über die Autobahn abzukürzen, um noch
irgendwie die letzte SP absolvieren zu können, bevor sie abgebaut wurde. Dumm nur, dass wir die SP
nicht fanden, weil wir nicht nach Roadbook in Aidone ankamen. Nachdem wir die Ortschaft aus
mehreren Richtungen angefahren hatten ohne die SP gefunden zu haben, waren manche drauf und
dran die SP zu streichen. Aber aufgegeben wird nur ein Brief – wir fanden die SP gerade noch recht-
zeitig. Und in Nicosia wurde unsere Durchfahrt als Stadtfest gefeiert und die Bewohner empfingen uns
im Stil der Sixties. Am Ende erreichten wir alle passable Ergebnisse (Gratulation!) – letztlich sind sie
nur Teil einer unvergesslichen Art Sizilien kennen und schätzen zu lernen; und das mit abenteuer-
lustigen Gleichgesinnten!